Der Wirtschaftsbund Österreich stellt schon seit einigen Jahren monatlich den WB-Stellen- und Lehrstellenmonitor zur Verfügung. Dabei werden offene Stellen vom AMS aber auch von Online-Jobplattformen wie karriere.at oder willhaben.at gezählt. Seit September 2025 gibt es auch den monatlichen Vollzeitradar. Mit dem Vollzeitradar wird auch der Anteil an Voll- und Teilzeitstellen an der Gesamtzahl offener Stellen ausgewertet. Die Daten werden von technischen Analysten der IT und Software Firma Texterous zusammengetragen.
Der aktuelle Wirtschaftsbund-Stellenmonitor für Juli weist 168.628 offene Stellen aus – alleine im Burgenland sind es 3.336 Stellen. „Hinter jeder einzelnen Stelle steht ein Betrieb, der ausbilden, wachsen und Wertschöpfung schaffen will. Gerade in den Sommermonaten zeigt sich besonders deutlich, wie entscheidend ausreichend Arbeitskräfte für einen funktionierenden Wirtschaftsstandort sind“, betont Generalsekretärin Tanja Graf.
Vor allem im Tourismus, in der Gastronomie und bei vielen regionalen Dienstleistungsbetrieben ist die Sommersaison ein wirtschaftlicher Praxistest. „Unsere Betriebe sichern Beschäftigung in den Regionen, stärken lokale Wirtschaftskreisläufe und tragen wesentlich dazu bei, dass Österreich als Urlaubsland attraktiv bleibt. Damit die Saison erfolgreich verlaufen kann, brauchen sie ausreichend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Rahmenbedingungen, die Beschäftigung erleichtern, statt sie weiter zu verteuern“, so Graf.
Die Senkung der Lohnnebenkosten um einen Prozentpunkt ist daher ein wichtiger Schritt. „Die Entlastung muss bei den Betrieben tatsächlich ankommen. Es darf nicht passieren, dass ein Prozentpunkt gesenkt und die Belastung an anderer Stelle wieder erhöht wird. Eine bloße Kostenverschiebung hilft weder den Unternehmen noch dem Arbeitsmarkt“, hält Graf fest.
Begleitend braucht es einen konsequenten Bürokratieabbau. Gerade während der touristischen Hochsaison müssen sich Unternehmerinnen und Unternehmer auf ihre Gäste, ihre Beschäftigten und den laufenden Betrieb konzentrieren können, statt auf immer neue Melde-, Dokumentations- und Berichtspflichten.
„Bürokratieabbau ist kein Nebenthema, sondern eine konkrete Wachstums- und Beschäftigungsmaßnahme. Die 168.628 offenen Stellen sind ein klarer Auftrag: Arbeit muss dauerhaft leistbarer, Bürokratie spürbar reduziert und unternehmerischer Freiraum vergrößert werden. Aus offenen Stellen müssen rasch besetzte Arbeitsplätze werden. Ein erfolgreicher Sommer darf nicht an hausgemachten Standortbremsen scheitern“, so Graf abschließend.
Die Zahlen im Detail:
