Der Wirtschaftsbund Österreich stellt schon seit einigen Jahren monatlich den WB-Stellen- und Lehrstellenmonitor zur Verfügung. Dabei werden offene Stellen vom AMS aber auch von Online-Jobplattformen wie karriere.at oder willhaben.at gezählt. Seit September 2025 gibt es auch den monatlichen Vollzeitradar. Mit dem Vollzeitradar wird auch der Anteil an Voll- und Teilzeitstellen an der Gesamtzahl offener Stellen ausgewertet. Die Daten werden von technischen Analysten der IT und Software Firma Texterous zusammengetragen.
Der aktuelle Wirtschaftsbund Stellenmonitor weist für Februar 164.349 offene Stellen aus, darunter 17.917 Lehrstellen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt damit auf hohem Niveau. Gleichzeitig ist die Inflation im Jänner auf den Zielwert der EZB von 2,0 Prozent gesunken. Das verschafft den Betrieben wieder mehr Planungssicherheit und sendet ein positives Signal für die wirtschaftliche Entwicklung.
Für Generalsekretärin Tanja Graf steht fest: „Wir sehen einen zarten Aufschwung, aber noch keine Entwarnung. Gerade jetzt braucht es konsequente Entlastung, damit sich dieser Trend nachhaltig verfestigen kann.“ Entscheidend sei vor allem eine spürbare und dauerhafte Senkung der Lohnnebenkosten. „Der Faktor Arbeit muss günstiger werden – nur so entsteht der notwendige Spielraum für neue Jobs und zusätzliche Ausbildungsplätze.“
Besonders deutlich zeigt sich der Handlungsbedarf bei den Lehrstellen: Rund 18.000 Ausbildungsplätze sind aktuell unbesetzt. Gleichzeitig investieren heimische Betriebe mit großem finanziellem und organisatorischem Einsatz in die Ausbildung junger Menschen und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag zur Fachkräftesicherung und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.
„Wer angesichts dieser Zahlen behauptet, die Betriebe wollten nicht ausbilden, verkennt die Realität“, betont Graf. „Unsere Unternehmen suchen händeringend Lehrlinge und bilden aus Überzeugung aus, weil sie wissen: Die Lehrlinge von heute sind die Fachkräfte von morgen. Oft scheitert es jedoch an fehlenden Bewerberinnen und Bewerbern oder an strukturellen Hürden – nicht am Engagement der Betriebe.“
Klar sei daher auch: „Neue Belastungen schaffen keine neuen Lehrplätze. Was wir brauchen, sind echte Leistungsanreize, bessere Rahmenbedingungen – insbesondere durch niedrigere Lohnnebenkosten – sowie verlässliche Planungssicherheit. Wer ausbildet, übernimmt Verantwortung für die Zukunft unseres Standorts und verdient Unterstützung statt Misstrauen.“
Die Zahlen im Detail:
