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173.293 offene Stellen im Oktober in Österreich

Der Wirtschaftsbund Österreich stellt schon seit einigen Jahren monatlich den WB-Stellen- und Lehrstellenmonitor zur Verfügung. Dabei werden offene Stellen vom AMS aber auch von Online-Jobplattformen wie karriere.at oder willhaben.at gezählt. Seit September 2025 gibt es auch den monatlichen Vollzeitradar. Mit dem Vollzeitradar wird auch der Anteil an Voll- und Teilzeitstellen an der Gesamtzahl offener Stellen ausgewertet. Die Daten werden von technischen Analysten der IT und Software Firma Texterous zusammengetragen.

Der aktuelle Wirtschaftsbund-Stellenmonitor weist im Oktober 173.293 offene Stellen in Österreich aus – davon 2.924 allein im Burgenland. 4 von 5 offenen Stellen wären zudem Vollzeit zu besetzen. Für Generalsekretärin Tanja Graf ist das ein deutliches Warnsignal im Hinblick auf die geplante Klimaneutralität im Jahr 2040: „Unsere Betriebe tragen schon jetzt höhere Kosten als viele europäische Mitbewerber und kämpfen mit überbordender Bürokratie und einer schwachen Konjunktur. Gleichzeitig fehlen ihnen in großer Zahl Arbeitskräfte. In dieser Situation die Klimaneutralität zehn Jahre früher als Europa festzuschreiben, passt nicht zur Realität in den Betrieben. Eine Transformation, für die es weder die nötigen Mittel noch die Arbeitskräfte gibt, lässt sich nicht per Gesetz verordnen.“

Ob Photovoltaikanlage, Wärmepumpe, Netzausbau oder Gebäudesanierung: Klimaschutzmaßnahmen müssen von Menschen geplant, gebaut und gewartet werden. Gesucht werden aber gerade jene Arbeitskräfte am dringendsten, die für die Energiewende unverzichtbar sind – etwa in Elektrotechnik, Installation, Bau und Industrie. „Wir können die Ziellinie im Gesetz nach vorne schieben, aber wenn niemand da ist, der die Wärmepumpe einbaut oder die Leitung verlegt, bewegt sich in der Realität nichts. Der Arbeitskräftemangel ist nicht der einzige Grund gegen einen Alleingang, aber er zeigt besonders deutlich, wie weit Gesetz und Realität auseinanderliegen. Wer den Betrieben jetzt noch mehr Tempo und Pflichten verordnet, riskiert, dass Investitionen aufgeschoben werden oder ganz ausbleiben“, so Graf.

Der Wirtschaftsbund fordert daher, das Klimagesetz am europäischen Zielpfad auszurichten. Das sichert gleiche Wettbewerbsbedingungen, hält die Kosten tragbar und gibt den Betrieben Zeit, sich auch personell für die Transformation zu rüsten. Parallel braucht es eine echte Fachkräfteoffensive: Leistung und Mehrarbeit müssen sich stärker lohnen, Lehre und Weiterbildung in Zukunftsberufen gehören gezielt gestärkt, und die qualifizierte Zuwanderung in Mangelberufe muss einfacher werden. „173.293 offene Stellen sind 173.293 gute Gründe, die Prioritäten richtig zu setzen. Österreich braucht kein früheres Zieldatum, sondern leistbare Energie, faire Wettbewerbsbedingungen und die Fachkräfte, um das gemeinsame europäische Ziel tatsächlich zu erreichen“, so Graf abschließend.

Die Zahlen im Detail:

Mehr Infos und Zahlen zum Wirtschaftsbund-Stellenmonitor

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